Bachchor und Bachorchester Mainz mit Mozarts „Requiem“
und dem Klavierkonzert KV 626

Mainz, 8. November 2026 – Zwei bedeutende Werke Wolfgang Amadeus Mozarts, die durch ihre besondere dramatische Ausdruckskraft miteinander verbunden sind, stehen im Mittelpunkt des zweiten Abonnementkonzerts des Bachchor Mainz: Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 und sein Requiem KV
Am Sonntag, 8. November 2026, um 19:30 Uhr erklingen die beiden Werke in der Christuskirche Mainz. Die musikalische Leitung hat Christoph Siebert.

Das Klavierkonzert d-Moll KV 466 entstand im Februar 1785 in Wien und gehört zu den herausragenden Klavierkonzerten Mozarts. Es ist das einzige seinerKlavierkonzerte neben dem späteren Konzert in c-Moll KV 491, das in einer Molltonart steht. Mozart selbst spielte den Solopart bei der Uraufführung am Februar 1785. Ludwig van Beethoven schätzte das Werk außerordentlich und komponierte eigene Kadenzen für den ersten und den letzten Satz. Damit wurde KV 466 zu einem wichtigen Bezugspunkt für die Entwicklung des Klavierkonzerts im 19. Jahrhundert.

Wiebke Weidanz interpretiert das Konzert auf einem Hammerflügel nach Matthäus Heilman, Mainz um 1780, einem Nachbau von Derek Adlam. Das historische Instrument ermöglicht eine Klangperspektive, die sich an den Usancen zu Lebzeiten Mozarts orientiert.

Das Requiem d-Moll KV 626 ist Mozarts letzte Komposition. Der Auftrag erreichte ihn im Sommer 1791 unter ungewöhnlichen Umständen. Mozart konnte das Werk bis zu seinem Tod am 5. Dezember 1791 nicht vollenden. Die Fertigstellung erfolgte anschließend durch Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr. Diese Version ist auch in Mainz zu hören. Die Frage nach den jeweiligen Anteilen und der angemessenen Ergänzung des Fragments ist bis heute Gegenstand der musikwissenschaftlichen Forschung.

Christoph Siebert: „Requiem und Klavierkonzert haben keine unmittelbare oder programmatische Verknüpfung, zumal sie ja auch völlig unterschiedlichen Gattungen angehören: hier großes geistliches Werk, eine Totenmesse, dort ein Konzert. Und doch ergänzend sie sich genreübergreifend auf sehr eindringliche Weise. Beide Werke stehen in d-Moll, eine Tonart, die Mozart besonders häufig für Werke von außergewöhnlicher dramatischer und ernster Ausdruckskraft verwendete wie dem ‚Don Giovanni‘ oder dem Streichquartett KV 421, das zwei Jahre vor dem Klavierkonzert entstand. Beide, Requiem wie Klavierkonzert, sind keine Werke, die auf virtuose Brillanz abzielen, sondern in erster Linie Ausdrucksmusik und schon deutlich an der Schwelle zum 19. Jahrhundert.“

Mitwirkende

Bachchor Mainz
Bachorchester Mainz
Wiebke Weidanz, Hammerflügel
Hammerflügel nach Matthäus Heilman, Mainz um 1780 (Nachbau von Derek Adlam)
Anna-Lena Elbert, Sopran Anne Bierwirth, Alt Christian Rathgeber, Tenor Klaus Mertens, Bass

Christoph Siebert, Leitung

Konzerttermin

Sonntag, 8. November 2026, 19:30 Uhr Christuskirche Mainz
Kaiserstraße 56, 55116 Mainz

Veranstalter: Bachchor Mainz

Bachchor Mainz lädt zum Mitmachen ein

Start der Proben: 29. September im Matthäus-Saal der Christuskirche Mainz

15. September 2026 – Der Bachchor Mainz lädt Chorsängerinnen und Chorsänger ein, Teil des Ensembles zu werden. Dafür sucht der Chor neue qualifizierte Sängerinnen und Sänger, vor allem junge Stimmen, die Freude daran haben, neben chorsinfonischen Werken auch spannende Programme aus unterschiedlichen Epochen in Spezialbesetzungen zu erarbeiten. Die nächste Möglichkeit, aktiv in die Chorarbeit des Bachchores einzusteigen, ist der Probenbeginn für das Mozart-Requiem am
29.September im Matthäus-Saal der Christuskirche (rückwärtiger Gebäudetrakt).
Für weitere Informationen: info@bachchormainz.de

Triumphaler Tourneeabschluss mit „Carmina Burana“

Bachchor Mainz überzeugt Publikum und Presse auf gemeinsamer Tournee mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

Mainz, April 2026 Mit einem eindrucksvollen Finale ist die gemeinsame Tournee des Bachchor Mainz und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz (Ltg. Michael Francis) zu Ende gegangen. In den Konzerten in Worms, Mainz, Mannheim und Kaiserslautern präsentierten die Ensembles Carmina Burana von Carl Orff – und wurden dafür von Publikum und Fachpresse gleichermaßen gefeiert.
Im Zentrum der Pressestimmen stand dabei immer wieder die außergewöhnliche Leistung des Bachchors Mainz, einstudiert durch Christoph Siebert. Die Kritiken hoben übereinstimmend die klangliche Präzision, Ausdrucksstärke und dynamische Bandbreite des Chores hervor. So schrieb die Wormser Zeitung über eine „kraftvolle und zugleich differenzierte“ Interpretation mit „beeindruckender Textverständlichkeit selbst in komplexesten Passagen“.
Auch in Mainz wurde die Leistung des Chores besonders gewürdigt: Die Allgemeine Zeitung Mainz betonte die „rhythmische Prägnanz und die geschlossene Ensembleleistung auf höchstem Niveau“. Die Kritik aus Mannheim hob insbesondere die klangliche Bandbreite hervor. Der Mannheimer Morgen beschrieb die Darbietung als „Wechselspiel aus archaischer Wucht und feiner Klangkultur“, bei dem der Chor sowohl in „fein abgestuften Pianissimi“ als auch in „mitreißenden Tutti-Passagen“ überzeugte.
Auch die Presse in Kaiserslautern unterstrich die hohe Qualität des Ensembles. Die Rheinpfalz würdigte die „Disziplin, Homogenität und klangliche Dichte“, die den Chor zur „tragenden Säule der Aufführung“ gemacht hätten.
Neben dem Chor wurde auch das Zusammenspiel mit der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz hervorgehoben. Mehrere Medien sprachen von einer „präzise ausbalancierten Gesamtinterpretation“, in der Chor und Orchester „auf Augenhöhe agierten“ (u. a. Allgemeine Zeitung Mainz, Mannheimer Morgen).
Die Tournee durch vier Städte der Region wurde insgesamt als großer Erfolg bewertet. Die Berichterstattung unterstrich die nachhaltige Wirkung der Aufführungen und die starke Resonanz beim Publikum. Mit dieser Konzertreihe haben der Bachchor Mainz und die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ein eindrucksvolles künstlerisches Zeichen gesetzt und ihre herausragende Stellung in der regionalen und überregionalen Musiklandschaft eindrucksvoll bestätigt.

Neuer künstlerischer Leiter

Christoph Siebert neuer künstlerischer Leiter des Bachchor Mainz

Mainz/Darmstadt, 29. Oktober 2024. Der Bachchor Mainz hat einen neuen künstlerischen Leiter:
Christoph Siebert (59), profilierter Chordirigent und Hochschullehrer, übernimmt das traditionsreiche Ensemble zum 1. Januar 2025. In der knapp 70-jährigen Geschichte des Bachchor Mainz ist Siebert erst der dritte künstlerische Leiter und folgt auf Ralf Otto, der den Bachchor Mainz in der Nachfolge seines Gründers Diethard Hellmann von 1986 bis 2023 leitete. Wie seine Vorgänger wird Siebert auch das Bachorchester Mainz leiten.

Christoph Siebert studierte Kirchenmusik mit Hauptfach Orgel bei Edgar Krapp sowie Chorleitung bei Wolfgang Schäfer an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/M. Im Anschluss setzte er seine Studien bei Sir John Eliot Gardiner in London fort. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Frankfurt am Main ist er künstlerischer Leiter des Kölner Bach-Vereins. Er arbeitet regelmäßig mit renommierten Ensembles wie dem Collegium Vocale Gent, dem Deutschen Kammerchor, dem Freiburger Barockorchester oder der Deutschen Kammerphilharmonie zusammen.

1996 gründete Siebert das auf historischen Instrumenten spielende Nassauische Barockorchester, das sich inzwischen als concerto classico frankfurt neben barocken oratorischen Projekten der stilgerechten Wiedergabe des klassischen sinfonischen Repertoires widmet. In seiner Arbeit mit diesem und anderen Ensembles kann Siebert auf ein breitgefächertes Repertoire und zahlreiche oratorische, sinfonische und A-Cappella Konzerte sowie zahlreiche Rundfunkproduktionen zurückblicken. Mit dem Offenbacher Vokalensemble Prophet war er 1999 Kulturpreisträger der Stadt Offenbach, mit dem Kammerchor Cantemus Bensheim Preisträger beim Hessischen Chorwettbewerb 2001.

„Ich freue mich sehr auf diese neue große Aufgabe hier an der Mainzer Christuskirche. Der Bachchor Mainz blickt nicht nur auf eine sehr starke Historie mit zwei herausragenden Musikerpersönlichkeiten zurück, sondern ist auch eine sehr dynamische Chorgemeinschaft auf musikalisch ausgesprochen hohem Niveau“, erklärt Christoph Siebert.

„Das Votum des Chores und des musikalischen Expertengremiums war am Ende eindeutig. Mit Christoph Siebert haben wir eine Dirigentenpersönlichkeit für die Leitung von Bachchor und Bachorchester gewinnen können, mit der wir gemeinsam neue Wege in der musikalischen Arbeit auf höchstem Niveau beschreiten können,“ sagt Thomas Wagner, Vorsitzender des Mainzer Bachvereins.

„Mit Christoph Siebert übernimmt ein außerordentlich profilierter und engagierter Dirigent die künstlerische Leitung des Bachchores. Ich freue mich sehr über die Entscheidung und bin überzeugt, dass der Bachchor Mainz mit dem Bachorchester Mainz unter seiner Leitung nun weiter mit Professionalität und Leidenschaft geistlich stärkend und musikalisch anspruchsvoll konzertieren wird.“ – so Dr. Melanie Beiner, Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). „Sehr herzlich danken möchte ich Tristan Meister und Martin Winkler. Sie haben die Leitung des Bachchores in der Zeit nach dem Ausscheiden von Ralf Otto mit großem Engagement und hoher Zuverlässigkeit stellvertretend übernommen und dafür gesorgt, dass das bewährte Konzertprogramm aufrecht erhalten werden konnte“, so Beiner.

Hintergrund

Der Bachchor Mainz wurde 1955 von Diethard Hellmann gegründet. Hellmann, der den Chor 30 Jahre lang leitete, profilierte das Ensemble rasch und entwickelte es mit zahlreichen Rundfunk- und Tonträger-Einspielungen zu einem der bedeutenden Bachchöre Deutschlands. Hellmanns Nachfolger Ralf Otto erweiterte seit seiner Berufung im Jahr 1986 das Programmspektrum des Ensembles kontinuierlich bis hin zur zeitgenössischen Musik mit z.T. viel beachteten Uraufführungen. Zugleich etablierte er sowohl im Bachchor- wie im Bachorchester Mainz die historisch informierte Aufführungspraxis. Der Bachchor Mainz ist regelmäßig bei bedeutenden Festivals und Konzerthäusern zu Gast – so verbinden ihn künstlerische Partnerschaften unter anderem mit dem Rheingau Musik Festival, der Alten Oper Frankfurt, dem Thomanerchor Leipzig, dem Mosel Musikfestival und den Weilburger Schlosskonzerten. Die Attraktivität und Qualität des Ensembles wird darüber hinaus durch die Zusammenarbeit mit Gastdirigenten wie Riccardo Chailly, Sylvain Cambreling, Peter Eötvös, Michael Gielen, Eliahu Inbal, Philippe Jordan, Georges Prêtre, Franz Welser-Möst oder Peter Schreier dokumentiert. Unter der Ägide Ralf Ottos, der das Ensemble bis 2023 leitete, entstanden zahlreiche preisgekrönte Aufnahmen, darunter zuletzt bei Naxos von J.S.Bach die Johannes- und die Matthäus-Passion sowie das Weihnachtsoratorium. Die breite und positive Resonanz in der Fach- und Tagespresse bestätigte den hohen Rang dieser Einspielungen in einem dichten internationalen Konkurrenzumfeld. Nach Ralf Otto führten die beiden Dirigenten Tristan Meister und Martin Winkler den Chor erfolgreich durch die Interimszeit 2023/24.

Das Bachorchester Mainz setzt sich aus Berufsmusikern aus ganz Europa zusammen. Als Partner des Bachchores Mainz hat es sich seit seiner Gründung in den 1960er Jahren als feste Größe im Konzertalltag etabliert, was sich auch in zahlreichen Rundfunk- und Tonträger-Produktionen niedergeschlagen hat. Inzwischen ist das Orchester seit vielen Jahren auf historische Aufführungspraxis mit Originalinstrumenten spezialisiert und musiziert sowohl Werke der Renaissance, des Barock und der Klassik bis hin zu Werken der Romantik und der zeitgenössischen Musik. Temperamentvolles Musizieren, Stilsicherheit und exquisite Besetzung an allen Pulten zeichnen diesen lebendigen und dynamischen Klangkörper aus und befähigen ihn in einzigartiger Weise zur Umsetzung der besonderen künstlerischen Intentionen seiner Dirigenten.

Portrait Christoph Siebert, Künstlerischer Leiter