DIE NÄCHSTEN KONZERTE

Kartenhotline
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17. Mai 2012
19.30 Uhr
Alessandro Scarlatti
Cain oder il primo omicidio
Staatstheater Mainz
Sonderkonzert unserer Partner
17. Mai 2012
20.00 Uhr
Orgelkonzert
Die Reihe: Olivier Messiaen
Volker Ellenberger
Christuskirche Mainz
23. Mai 2012
20.00 Uhr
Orgelkonzert mit Videoprojektion
Prof. Hans-Jürgen Kaiser
Christuskirche Mainz
24. Mai 2012
19.30 Uhr
Alessandro Scarlatti
Cain oder il primo omicidio
Staatstheater Mainz
Sonderkonzert unserer Partner
26. Mai 2012
18.15 Uhr
Ökumenische Vesper
Wer mich liebet (BWV 74)
Magnificat (G. Otto)

Augustinerkirche
27. Mai 2012
11.15 Uhr
Universitätsgottesdienst
Wer mich liebet (BWV 74)
Magnificat (G. Otto)

Christuskirche Mainz
28. Mai 2012
20.00 Uhr
Orgelkonzert
Die Reihe: Olivier Messiaen
Volker Ellenberger
Christuskirche Mainz
3. Juni 2012
20.00 Uhr
Orgelkonzert
Die Reihe: Olivier Messiaen
Volker Ellenberger
Christuskirche Mainz
7. Juni 2012
19.30 Uhr
Alessandro Scarlatti
Cain oder il primo omicidio
Staatstheater Mainz
Sonderkonzert unserer Partner
13. Juni 2012
19.30 Uhr
Alessandro Scarlatti
Cain oder il primo omicidio
Staatstheater Mainz
Sonderkonzert unserer Partner
17. Juni 2012
19.30 Uhr
Johann Sebastian Bach
Messe h-moll
Christuskirche Mainz
19. Juni 2012
19.30 Uhr
Alessandro Scarlatti
Cain oder il primo omicidio
Staatstheater Mainz
Sonderkonzert unserer Partner
24. Juni 2012
11.15 Uhr
Universitätsgottesdienst
Der Geist hilft unser Schwachheit auf (BWV 226)
Christuskirche Mainz

Bachchor Mainz - Pressestimmen

Giuseppe Verdi (1813-1901)
Messa da Requiem

Christuskirche Mainz, 20. November 2010

Rosengarten Mannheim, 21. November 2010

Die Angst vor dem Zahltag

Frankfurter Allgemeine Zeitung

von Harald Budweg, 27. November 2010

Einschüchternd eindrucksvoll: Verdis Requiem in Mainz

In der Absicht, die Schrecken des Jüngsten Gerichts mit kräftigen Farben drastisch zu malen, ist Giuseppe Verdis Messa da Re-quiem ein gleichermaßen katholisches wie erzromantisches Werk. Während Johannes Brahms' "Ein deutsches Requiem" trostspendende Elemente in das Zentrum ruckt und eine Chorpassage auf die Worte "Tod, wo ist dein Stachel; Hölle, wo ist dein Sieg" den Werkhöhepunkt bildet, bevor der Einsatz einer Chorfuge noch versöhnlichere Töne anschlägt, nimmt das Dies irae in Verdis Werk einen enorm großen Raum ein, zumal diese Schreckensszenen sogar im abschließenden Libera me wiederkehren. Für einen romantischen Komponisten ist dies aber stets auch der interessanteste Teil der katholischen Totenmesse, in dem sich mit großer Besetzung trefflich experimentieren lässt. Schon Hector Berlioz hatte dies in seiner Grande messe des morts op.5 genutzt, sich hinsichtlich der Textvertonung allerdings einige Freiheiten erlaubt. Auch Verdi erweitert die "orthodoxe" Textfolge und bietet für den Dies-irae-Teil ein gewaltiges Klanggemälde auf mit im Raum verteilten Trompeten und harten Schlägen auf der Großen Trommel. Dass es sich also nicht um ein Chorwerk mit mehr oder weniger dezenter Orchesterbegleitung handelt, sondern ein Sinfonieorchester in großer Besetzung passagenweise ein respektables Klangniveau aufzubieten hat, ist dabei zu bedenken. Bei einer Aufführung der Messa da Requiem in der Christuskirche Mainz war jetzt auch in dieser Hinsicht alls in besten Händen. Der Dirigent Ralf 0tto formte drei verschiedene Vokalensembles - den Bachchor Mainz, das Ensemble vocal du Luxembourg und den Chor der Hochschule für Musik Mainz - zu einem bewundernswert homogenen, intonatorisch treffsicheren und beeindruckend stimmstarken, dabei stets biegsamen und zu Kontrastbildungen fähigen Großchor, vermittelte dabei aber auch der mitwirkenden Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz aus Ludwigshafen befeuernde Impulse, so dass die Orchestermusiker nicht "Mitläufer", sondern Mitgestalter einer ungemein spannungsvollen, in stilleren Momenten tief berührenden Aufführung waren. Auf diesem Intensitätsniveau vermochten sich die Solistinnen -die auch im abschließenden Libera me mit hervorragender Konzentration ihren schwierigen Part gestaltende Sopranistin Susanne Bernhard und die stilvoll sowie ausdrucksdifferenziert sich einfügende Altistin Gerhild Romberger - mühelos zu profilieren. Anders die Herren: Der Tenor Paul O'Neill von der Berliner Staatsoper Unter den Linden sang mit zuweilen zwar angenehm dezenter, aber doch recht leiser, vom Orchester häufig gedeckter Stimme. Alexander Vinogradovs höchst voluminöser Bass hingegen hätte überzeugender gewirkt, würde der Sänger nicht derart opernhaft extravertiert agieren. Ein kleiner, für den Gesamteindruck unerheblicher Optimierungsaspekt sei erwähnt: Die .,Sanctus"-Chorfuge wäre angesichts derart hervorragender Kräfte sicher noch transparenter zu gestalten. Ansonsten: ein thematisch besinnlicher, musikalisch hinreißender Abend in der Mainzer Christuskirche.

Überirdische Intimität

Allgemeine Zeitung Mainz

von Cornelius Persdorf, 23. November 2010

150 Sänger interpretieren ergreifend Verdis "Messa da Requiem"

Die Teilnahme der deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, der riesige Chor aus knapp 150 Sängern (zusammengesetzt aus dem Mainzer Bachchor, dem Ensemble vocal du Luxembourg sowie dem Mainzer Chor der Musikhochschule) und nicht zuletzt der Ruf, den sich der in Popularität und Rezension sehr erfolgreiche Mainzer Bachchor unter der Leitung von Prof. Ralf Otto innerhalb weniger Jahre erarbeitet hat, weckten bei den Zuhörern der restlos ausverkauften "Messa da Requiem" Giuseppe Verdis in der Christuskirche großes Erwartungen. Diese wurden nicht enttäuscht: Schon der Introitus, das eigentliche Requiem, erzeugte durch den tiefgründigen Pianissimo-Einsatz in den Kontrabässen - unterbrochen von zusätzlich Gravität verleihenden Generalpausen - eine überirdische Intimität, die durch den tastenden, kaum hörbar raunenden Einstieg des Chors noch potenziert wurde. Es ergab sich ein vertrauter Charakter, wie man ihn sich bei einem Requiem vorstellt. Plötzlich die scharfe Wende: "Te decet Hymnus" ("Dir töne Lobgesang") ein kräftiges Sforzato der Männerstimmen als Zäsur. Die Dynamik gestaltete sich fortan instabil, ähnlich auch die Tonart, die zwischen Moll und Dur hin- und herpendelte. In dieses wechselhafte Treiben setzten die vier Solisten, Alexander Vinogradov (Bass), Paul O'Neill (Tenor), Gerhild Romberger (Alt) und Susanne Bernhard (Sopran), die in diesem Teil der Messe mal alternierend, mal in verschiedenen Formationen gemeinsam, teilweise auch vom Chor unterstützt, polyphon sangen. Diese grundsätzliche Unabhängigkeit der Stimmen bildete bei diesem Werk Verdis das kompositorische Leitprinzip, das mit romantischen Elementen typisch Verdischer Prägung - wie der Instrumentierung in Opernorchesterstärke, der wechselhaften Dynamik und dem oft ariosen Impetus der Gesangssoli - eine reizvolle Symbiose eingeht. Nicht immer bildet der akustisch effektvollste Part eines Konzertes automatisch den ergreifendsten, aber an diesem Abend war dies der Fall: Auch diejenigen Besucher, die sonst so gut wie nie in die Kirche gehen, dürften beim "Dies irae" eine erschaudernde Gottesnähe gespürt haben, so überzeugend wurden von Chor und Orchester die von Paukenschlägen begleiteten apokalyptischen Abwärtsritte auf der Chromatikskala zelebriert. Es war einer der vielen Höhepunkte einer fantastischen musikalischen Darbietung.

Requiem aus anderen Sphären

Mainzer Rhein-Zeitung

Von Caroline Eva Gerner, 22.11.2010

Glanzvoller Saisonauftakt mit Verdis Totenmesse

Anders als die Bach-Kantaten steht die Messa da Requiem (Totenmesse) von Guiseppe Verdi nicht jedes Jahr in Mainz auf dem Programm. Umso eindrucksvoller gestaltete sich das Konzert des anspruchsvollen Stücks in der Christuskirche, das zugleich den Auftakt der neuen Saison des Bachchors bildete. Unter dem souveränen Dirigat des Chorleiters Ralf Otto brachte die glänzend disponierte Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz die musikalische Bandbreite und komplexen Melodien des Requiems zum Klingen - zwischen zarten, wie aus dem Nichts entstehenden Streichereinsätzen und kraftvollen Tutti-Passagen mit Trompetenfanfaren mit und Paukenwirbeln. Hervorzuheben ist dabei auch die Präzise und differenzierte Gesangsarbeit der drei Chöre - neben dem Bachchor Mainz waren das Ensemble Vocal du Luxembourg und der Chor der Hochschule für Musik Mainz zu hören. Ebenso bemerkenswert war die Ausgestaltung in den Solopartien des siebenteiligen Stücks, das Verdi 1874 zum Andenken an den italienischen Nationaldichter Alessandro Manzoni in San Marco in Venedig uraufführte. Mit ihrem glasklaren Sopran überzeugte Susanne Bernhard, die dem "Libera me" eine geradezu sphärenhafte Note verlieh. Gerhild Romberger, seit 2003 Gesangsprofessorin, merkte man ihre Erfahrung nicht nur in der Führung ihrer geschmeidig-warmen Altstimme an - sie lebte den Text regelrecht. Der Tenor Paul O'Neill verfügte zwar über eine klengschöne Stimme, ließ aber Volumen vermissen. Beeindruckend dagegen die sonore Stimme des Bassisten Alexander Vinogradov - ebenso wie die gesamte Aufführung.



Stimmen wie dunkler Samt

Mannheimer Morgen

Von WB, 23. November 2010

Verdi-Requiem bei den Mannheimer Meisterkonzerten

Wohin am Totensonntag in Mannheim bei konzertantem Überangebot? Ach, an diesem Tag soll es ein Requiem sein, erst recht, wenn das traditionelle Chorkonzert im Rahmen der Mannheimer Meisterkonzerte Giuseppe Verdis "Messa da Requiem" offeriert. Auf der Bühne des Musensaals eine gewaltige Chorformation (Bachchor Mainz, Chor der Mainzer Musikhochschule, Ensemble Vocal du Luxembourg), die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, ein namhaftes Solistenquartett, am Pult Ralf Otto, der den Mainzer Bachchor seit einem Vierteljahrhundert zu einem der renommiertesten deutschen Konzertchöre erzogen hat. Vom ersten Piano-Einsatz der Celli und dem tonlos geraunten "Requiem" der Männerstimmen an hatte die Aufführung atmosphärische Dichte und dramatische Spannung. Das war vor allem dem erstaunlich homogenen, dynamisch flexiblen Riesenchor zu danken, der blitzsauber intonierte (selbst in den gefürchteten A-cappella-Passagen) und im apokalyptischen "Dies irae" eine enorme Stimmgewalt entfesselte. Dazu ein Soloquartett, dessen hohe Musikalität sich vor allem in den immens schwierigen Ensembles manifestierte. Der höhenstabile Sopran Susanne Bernhards (am schönsten im finalen "Libera me") und der etwas enge lyrische Tenor des Paul O'Neill, dem zumindest im "Hostias" der italienische Schmelz fehlte, passten leider im Timbre nicht zu den Kollegen im tieferen Stimmfach. Wie dunkler Samt Gerhild Rombergers schöne Altstimme, etwa im visionären "Lux aeterna"; heute schon Weltklasse der 34-jährige Bassist Alexander Vinogradov, dessen "Mors stupebit"-Rufe jede fühlende Seele erschauern ließen. Auf hohem Niveau auch die Staatsphilharmonie, im klar strukturierten Orchester-Gesamtklang wie bei den makellosen Ferntrompeten und den heiklen Unisono-Passagen der Celli und Fagotte. Ralf Otto zeigte Mut zu großem Espressivo und wahrte dabei stets die liturgische Würde.