Abonnementkonzerte des Bachchor Mainz 2011 / 2012
Seit über 50 Jahren ist der Bachchor Mainz mit seinen
Konzerten auf hohem musikalischem Niveau ein wichtiger Bestandteil
des Musiklebens der Region. Mit mehr als 1000 Sitzplätzen und einer
ausgewogenen Akustik ist die Christuskirche Mainz, an welcher der Chor
seit jeher beheimatet ist, einer der bedeutendsten sakralen Konzerträume
in Rheinland-Pfalz.
AboKonzert 1Montag, 3. Oktober 201119.30 Uhr Christuskirche Mainz Konzert im Rahmen der Schulprojekte "Mittendrin statt nur dabei" gefördert von der EKHN Stiftung ![]() Das Konzert wird mitgeschnitten |
Anton Bruckner (1824-1896)Adagio aus dem Streichquintett F-DurJohannes Brahms (1833-1897)Altrhapsodie op. 53Anton Bruckner (1824-1896)Messe f-mollSusanne Bernhard, Sopran Gerhild Romberger, Alt Christian Elsner, Tenor Thomas E. Bauer, Bass Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Bachchor Mainz Leitung: Ralf Otto Kostenfreier Einführungsvortrag 18.30 Uhr im Chorsaal der Christuskirche |
| Bruckner – Brahms – Bruckner: In dieser spannenden musikalischen
Umarmung will der Bachchor romantische Vokal- und Instrumentalmusik anregend
miteinander vereinen und gegenüberstellen. Anton Bruckners Adagio aus
seinem „F-Dur-Streichquintett“ wird mit seinen breit angelegten Themen komplexen,
der intensiven Steigerung und der sich lösenden Spannung aus seinem
viersätzigen Kontext herausgenommen und vermag wunderbar leuchtend
zur anrührenden „Altrhapsodie“ von Johannes Brahms überzuleiten, denn das
Stück für Altsolo, vierstimmigen Männerchor und Orchester wird ebenfalls von
einem Adagio eingeleitet: Brahms hat hier Verse aus Goethes schwermütigem
Gedicht „Harzreise im Winter“ vertont und verarbeitet als metaphysische
Schilderung einer misanthropischen Seele die unerwiderte Liebe – vielleicht
eines der persönlichsten Werke des Komponisten. Gleiches mag auch für die „Messe f-moll“ Bruckners gelten, der dieses Werk anlässlich der Genesung von einem schweren Nervenleiden schuf: Diese großartige Musik voll innerlicher Frömmigkeit ist ein bestechendes Zeugnis der liturgischen Kunst und spiegelt mit seinen strahlenden Höhepunkten die symphonische Welt Bruckners. |
|
AboKonzert 2Samstag, 17. Dezember 201119.30 Uhr Christuskirche Mainz |
Advent und Weihnachten bei BachsWilhelm Friedemann Bach (1710-1784)Ach, dass Du den Himmel zerrissestJohann Sebastian Bach
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes |
| Advent und Weihnachten bei Bachs? Johann Sebastian sowie seine Söhne
Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann sitzen bei Punsch und Plätzchen
unterm Baum und pfeifen sich die Themen ihrer neuesten Kompositionen vor? Auch wenn es sich ganz so idyllisch wohl nicht abgespielt haben dürfte: Der Bachchor malt dieses schöne Bild mit kräftiger Klangfarbe, wenn er die Familienbande musikalisch nachzeichnet. Des Vaters Kantate BWV 40, Carl Philipps „Magnificat“ und die im vergangenen Jahr durch den Bachchor Mainz erstmalig wieder aufgeführte (und auf CD eingespielte) Kantate „Ach, dass Du den Himmel zerrissest“ von Wilhelm Friedemann Bach sind Werke von barocker Klangpracht, Erhabenheit und Würde: Konzertante Chorsätze, empfindsame Arien und kunstvolle Fugen einen diese opulenten Festmusiken zum Wiegenfest des Heilands, die hier in einem brillanten Dreiklang erklingen – eine wortwörtlich schöne Bescherung! |
|
AboKonzert 3Karfreitag, 6. April 201219.30 Uhr Christuskirche Mainz |
Johann Sebastian BachJohannespassionin der Bearbeitung von Robert SchumannSusanne Bernhard, SopranSusanne Schaeffer, Alt Julian Prégardien, Tenor (Evangelist) Konrad Jarnot, Bass Felix Rathgeber, Bass Bachchor Mainz Bachorchester Mainz Leitung: Ralf Otto Kostenfreier Einführungsvortrag 18.30 Uhr im Chorsaal der Christuskirche |
| 1829 hatte Felix Mendelssohn Bartholdy die „Matthäuspassion“ von Johann
Sebastian Bach in Berlin erstmals im 19. Jahrhundert zur Aufführung gebracht,
um ihren Schöpfer der Öffentlichkeit wieder ins Gedächtnis zu rufen. Hierfür
musste er freilich selbst Hand an diese für damalige Verhältnisse zu sperrige
barocke Musik anlegen. Ihm tat es Robert Schumann gleich und nahm sich der
„Johannespassion“ Bachs an, war der Leipziger Thomaskantor doch Zeit seines
Lebens für Schumann Vorbild und musikalisches Zentrum, um das sich das eigene
Schaffen drehte. 1850 als Musikdirektor nach Düsseldorf gekommen, führte er ein Jahr später ebendiese Passion auf – 1851 als lokale Erstaufführung. Schumann zog dieses Werk der „Matthäuspassion“ vor, erschien ihm letztere doch „nicht frei von Breiten und über das Maß lang – die andere dagegen wie gedrängt, wie durchaus genial – und von welcher Kunst!“ Wie sein Kollege Mendelssohn musste auch Schumann auf die stilistischen Vorlieben seiner Zeitgenossen Rücksicht nehmen und bearbeitete das Werk mit partiell geänderter Orchestrierung und Besetzung. Dennoch gelang es dem Romantiker, den Charakter dieser Passion zu wahren, so dass man hier einen weiteren spannenden Blick auf Bachs OEuvre im Wandel der Zeit werfen kann. |
|

AboKonzert 4Sonnntag, 17. Juni 201219.30 Uhr Christuskirche Mainz ![]() Das Konzert wird mitgeschnitten |
Johann Sebastian BachMesse h-mollUlrike Hofbauer, SopranGerhild Romberger, Alt Hans Jörg Mammel, Tenor Klaus Mertens, Bass Bachchor Mainz Bachorchester Mainz Leitung: Ralf Otto Kostenfreier Einführungsvortrag 18.30 Uhr im Chorsaal der Christuskirche |
| Nicht einmal böse Zungen werden Johann Sebastian Bach im Angesicht seines
Opus summum Müßiggang vorwerfen – es ist vielmehr Ausdruck eines großen
Genius, dass die h-moll-Messe größtenteils im barocken Parodieverfahren entstand:
Von den 26 Sätzen, aus denen die Messe besteht, hat Bach wahrscheinlich
nur wenige Stücke eigens neu komponiert. Für den Musikprofessor Carl Friedrich Zelter war die h-moll-Messe 1811 „das größte Kunstwerk, das die Welt je gesehen hat“ und auch Komponisten wie Beethoven oder Haydn gehörten zum Kreis der Bewunderer. Als sich Bach 1748 an die Niederschrift der Gesamtpartitur setzte, mag er vielleicht geahnt haben, dass er dieses Werk selbst nicht mehr würde aufführen können. So ist die h-moll-Messe als einzigartiges kompositorisches Vermächtnis zu hören, das alle kompositorischen Möglichkeiten des Kirchenstils in sich vereinigt, verbunden mit einer geistlichen Botschaft: Anbetung und Lobpreis, Glaubensbekenntnis und ergreifende Bitte um Frieden. Der Protestant Bach schuf mit der Vertonung des vollständigen Ordinarium missae ein erstes ökumenisches Bekenntnis – und war seiner Zeit damit einmal mehr deutlich voraus … |
|










